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Ausbildung im Verbund – ein Praxisbeispiel

DIMETEC GmbH: Breit ausbilden trotz hoher Spezialisierung

Gemeinsam mit einem Partnerunternehmen aus der Produktion hat die hochspezialisierte DIMETEC GmbH erstmals einen Ausbildungsplatz geschaffen. Das mittelständische Unternehmen bietet Dienstleistungen in den Bereichen Längenmesstechnik, Kalibrierungen für Prüfgeräte und Qualitätsberatungen an. Gebraucht wird ein Beruf, den es als Ausbildungsberuf (noch) nicht gibt. Die Verbundausbildung, gefördert aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds, ermöglicht nun, ein eigenes Lösungsmodell umzusetzen.

„Optimale Ergänzung“ – Dienstleistung und Produktion im Verbund

„Wir brauchen qualifizierten Fachkräftenachwuchs und wollten schon länger ausbilden. Das Problem ist aber: Den speziellen Beruf des Messtechnikers, den wir hier im Prüflabor benötigen, gibt es nicht als eigenständigen Ausbildungsberuf“, beschreibt Johannes Prange, Ausbildungsbeauftragter und Koordinator des Prüflabors, die betriebliche Problemlage. Die Verbundausbildung bot in dieser Situation einen Ausweg und ermöglichte dem Betrieb ein ganz eigenes Lösungsmodell.

Im Verbund mit der Sapa Heat Transfer Tube GmbH, einem großen Produktionsbetrieb, absolviert der Auszubildende eine zweieinhalbjährige Ausbildung zum Technischer Zeichner. „Das Berufsbild entspricht am ehesten unseren Anforderungen. Denn Grundlage ist die technische Zeichnung, die gelesen und in Messtechnik umgesetzt werden muss“, erläutert Johannes Prange die Arbeit im Prüflabor, wo unter anderem Lohnmessungen von Werkstücken auf dreidimensionalen Koordinatenmessmaschinen durchgeführt werden. Der Partnerbetrieb – zugleich Kunde der DIMETEC – vermittelt dabei diejenigen Inhalte des Ausbildungsplans, die aus Personalgründen oder wegen fehlender Ausstattung nicht selbständig durchgeführt werden können. Eine optimale Ergänzung sei das, so Johannes Prange, der die Kooperation und den Erfahrungsaustausch im Verbund sehr schätzt.

Der Auszubildende lernt nicht nur in einem kleinen, familiär geprägten Dienstleistungsunternehmen, sondern macht auch Erfahrung mit einem großen, international tätigen Produktionsbetrieb. „In einer Firma wie bei uns mit 19 Beschäftigten sind Ablauf und Strukturen schnell durchschaubar. Da ist es nur gut, Partner von ganz anderer Größe zu haben.“ Vom Verbundpartner gab es auch den Tipp, den Auszubildenden auf einen mehrwöchigen Lehrgang zu schicken, wo Grundfertigkeiten wie Drehen, Bohren und Fräsen vermittelt werden. Ein Verbund, mehrere Lernorte – das macht eine breite, fundierte Ausbildung möglich.

Ausbildungsplatz im Wechsel – Wissen für die Arbeitswelt

Zwei Mitarbeiter im Gespräch mit AuszubildendenDer Partnerbetrieb, die Sapa Heat Transfer Tube GmbH, ist ein schwedischer Konzern, der am Standort Remscheid Aluminiumrohre für Automobilkühler herstellt. Das Unternehmen beteiligt sich ebenfalls erstmals an einer Verbundausbildung. „Wir führen Ausbildungen weitgehend eigenständig durch und sind auf Kooperationen nicht angewiesen. Wir sind aber gerne bereit, anderen Betrieben zu helfen“, erklärt Ralf Mazanec, Ausbildungsleiter am Remscheider Standort. „Wir haben die Philosophie, möglichst viel auszubilden.“

In der Konstruktionsabteilung hat man dann auch bereitwillig die Stühle gerückt, um einen weiteren Auszubildenden aufzunehmen. Die Ausbildung im Partnerbetrieb findet in zwei mehrmonatigen Blöcken statt. „Das können wir problemlos in unseren Ablauf integrieren“, so Ralf Mazanec. „Unser Lehrling nimmt während dieser Zeit an externen Lehrgängen teil, so dass der Arbeitsplatz zur Verfügung steht.“

Selbständiges Arbeiten und Selbstorganisation sind nach Einschätzung von Ausbildungsleiter Mazanec wichtige Fähigkeiten, die junge Menschen für die Arbeitswelt mitbringen müssen. Dabei helfe es, bereits während der Ausbildung unterschiedliche Betriebe und Arbeitsstrukturen kennenzulernen. „Die Verbundausbildung bietet dafür gute Chancen. Insofern ist sie nicht nur beruflich, sondern auch persönlich ein echter Zugewinn. Wir überlegen jetzt, einen unserer Auszubildenden zur DIMITEC zum Praktikum zu schicken.“

Nah an der Praxis – mehr Erfahrung im Verbund

Auszubildender arbeitet mit MessgerätDie Vorteile der Verbundausbildung liegen auch für den Auszubildenden Sebastian Herweg klar auf der Hand. „Dienstleistung und Produktion, also beide Seiten zu kennen, das finde ich, ist ein großes Plus meiner Ausbildung“, sagt junge Mann, der demnächst zum zweiten Mal zum Partnerbetrieb wechseln wird.

„Seitdem ich bei der Sapa Heat war, bin ich besser geschult, technische Zeichnungen zu lesen. Die Produktion von Werkstücken, wie wir sie im Prüflabor messen, kann ich jetzt viel leichter durchschauen. Hier bei der DIMETEC lerne ich dagegen nicht nur Teilbereiche kennen, sondern bekomme alle Aufgaben, den gesamten Arbeitsablauf mit, um einen Kundenauftrag zu erledigen.“

Nützlich ist auch eine ganz andere Erkenntnis: „In einem großen Betrieb hat man mehr Karrierechancen. In einer kleineren Firma geht es persönlicher zu und ich glaube, das liegt mir mehr“, bilanziert Sebastian Herweg seine bisherige Ausbildung in zwei Betrieben ganz unterschiedlicher Größe.

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