Teilzeitberufsausbildung: Einstieg begleiten - Perspektiven öffnen (TEP)
Eine qualifizierte Berufsausbildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Integration in den Arbeitsmarkt. Vor allem junge Menschen mit Familienverantwortung haben es aber oftmals besonders schwer, ihren Wunsch nach einer Berufsausbildung zu realisieren. In dieser Situation bietet eine Ausbildung in Teilzeit Müttern und Vätern neue Wege, um erfolgreich in den Beruf einzusteigen.
Damit der Übergang in (Teilzeit)Ausbildung gelingen kann, hat das Land das Programm „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ (TEP) aufgelegt. Finanziert wird das Programm mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds.
Informationen zum Programm
Das Landesprogramm ist eine Förderlinie im Rahmen des Handlungsprogramms „Brücken bauen in den Beruf“, TEP unterstützt -Menschen mit Familienverantwortung, vor allem junge Mütter (und Väter), bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz in Teilzeit und gibt Hilfestellung, um Familie und Ausbildung zu vereinbaren. Die Teilnehmenden werden gecoacht, qualifiziert und beruflich vorbereitet und während der ersten Ausbildungsmonate individuell begleitet. Auch die ausbildenden Betrieben werden darin beraten, eine Ausbildung in Teilzeit zu vereinbaren und umzusetzen.
Landesweite Unterstützung
Im Ausbildungsjahr 2012/2013 stehen Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds für 540 Teilnahmeplätze zur Verfügung. In allen Kreisen und kreisfreien Städten gibt es so bis zu 10 Teilnahmeplätze. Im Ausbildungsjahr 2011/2012 gab es 520 Teilnahmeplätze; 44 Projekte wurden landesweit gefördert.
In den Förderjahrgängen 2009 und 2010 haben rund 70 Prozent der Teilnehmenden eine Anschlussperspektive gefunden. Die meisten haben einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen oder sind in schulische Berufsausbildungen übergegangen. Die TEP-Teilnehmenden sind zum überwiegenden Teil junge alleinerziehende Mütter zwischen 22 und 30 Jahren. Fast die Hälfte von ihnen hat Kinder unter drei Jahren und damit im betreuungsintensivsten Alter.
Aus der Praxis – Chance für Unternehmen und Auszubildende
Das Programm „Teilzeitberufsausbildung: Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ (TEP) begleitet Auszubildende und Unternehmen beim Einstieg in die Ausbildung. In Aachen beteiligt sich das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik und bildet zwei junge Mütter in Teilzeit aus. Die Geschäftsführung unterstützt das Ausbildungsmodell. In Essen bildet die Bäckerei Peter erstmals in Teilzeit aus. Die Auszubildende ist eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern.
- Teilzeitberufsausbildung am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik, Bericht und Fotogalerie
- Teilzeitberufsausbildung in der Bäckerei Peter, Fotogalerie
Netzwerke unterstützen Teilzeitberufsausbildung
In Nordrhein-Westfalen engagieren sich mittlerweile 15 Netzwerke für die Teilzeitberufsausbildung. In der Region MEO – Mülheim a.d. Ruhr, Essen, Oberhausen ist aus dem Netzwerk ein echtes Bündnis geworden. Anne Schleimer ist TEP-Projektkoordinatorin bei der Regionalagentur MEO und begleitet das regionale Bündnis zur Förderung der Teilzeitberufsausbildung.
Ansprechpartner und Kontakt
Zum Programm TEP informieren die Regionalagenturen des Landes. Sie halten Kontakt zu den Projektträgern vor Ort und helfen Interessierten – Jugendlichen wie Betrieben – weiter.
Ausbildung in Teilzeit – Eckdaten
Das Berufsbildungsgesetz bietet seit 2005 die gesetzliche Grundlage für eine Ausbildung in Teilzeit, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt (z. B. wegen der Betreuung eines Kindes). Dann kann die tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit im Betrieb reduziert werden, während die Berufsschule weiterhin ganztags besucht wird. In der Praxis orientiert sich die Umsetzung an folgendem Modell:
- Die Arbeitszeit einschließlich des Berufsschulunterrichts beträgt mindestens 25 Wochenstunden (bzw. 75% der wöchentlichen Arbeitszeit), in der Regel 30 Stunden.
- Die tägliche Arbeitszeit soll höchstens sechs Stunden betragen.
- Die Vergütung kann entsprechend der zeitlichen Verkürzung 75 Prozent betragen und wird vom Betrieb getragen.
- Die Auszubildenden können BAB (Berufsausbildungsbeihilfe) beantragen und erhalten für sich selbst bis zu einem Alter von 25 Jahren (im Höchstfall bis 27 Jahre) und für ihre Kinder Kindergeld.
Ausbildung für junge Eltern verbessern - Hintergrund
Vor allem junge Mütter gehen häufig ohne Ausbildung in die Familienphase und verlieren danach den Anschluss an den Arbeitsmarkt. Nach einer Erhebung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) sind jüngere Frauen mit Kindern häufiger ohne beruflichen Bildungsabschluss als Frauen ohne Kinder, 2005 waren 52,6 Prozent der Mütter ohne beruflichen Bildungsabschluss. Insbesondere für Alleinerziehende ist das Risiko groß, dass sie und ihre Kinder dauerhaft in einen Zirkel von Hilfebedürftigkeit und Bildungsarmut geraten.
Links und Downloads
- Überblick und Kontakt zu den TEP-Projektträgern 2011
- Zu TEP informiert die G.I.B.
- Leitfaden Teilzeitberufsausbildung der Regionalagentur MEO, Arbeitshilfe für TEP-Projekte
- Teilzeitberufsausbildung - ein Film der GEBA-Münster
- Gutachten zum Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung
- Ausbildung in Teilzeit - ein Gewinn für alle, Broschüre des Bundesbildungsministeriums (PDF)




