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Weiterbildung für den Wiedereinstieg – Bildungsscheck

Weiterbildung mit dem Bildungsscheck – Maßgeschneiderte Angebote

Maßgeschneiderte Angebote „Forum Berufsrückkehr“ nennt sich ein Angebot des Krefelder Instituts für Modelle beruflicher und sozialer Entwicklung (IMBSE GmbH). Es richtet sich an Bildungsschecknutzerinnen und generell an Frauen, die nach der Familienphase wieder fit für den Beruf werden wollen. Geboten werden Kurse in den Bereichen EDV, Business Administration sowie Sprachen und Kommunikation, die als einzelne Kurse, als Modul oder als komplette mehrmonatige Maßnahme gebucht werden können.

Bei der Gestaltung des Forums Berufsrückkehr kamen dem IMBSE Erfahrungen aus einem vorangehenden Qualifizierungsangebot zugute: RETURN, ein Projekt, das das Krefelder Institut im Rahmen des Programms „Regionen Stärken Frauen“ durchgeführt hatte. Das mehrjährige Programm wurde durch das Land Nordrhein-Westfalen und den Europäischen Sozialfonds finanziert. „Für RETURN hatten wir die modulare Form entwickelt, die dem individuellen Bildungsbedarf entgegenkommt. Bewährt hatten sich auch die kleinen Lerngruppen und die Verbindung von fachlicher Qualifizierung und sozialer Interaktion“, erinnert sich Willfried Schreiber, Geschäftsführer der IMBSE GmbH. „Darauf konnten wir zurückgreifen, als RETURN Ende 2007 auslief und bei vielen Teilnehmerinnen der Bedarf und auch der Wunsch nach weiterer Qualifizierung bestand.“

Vor der Konzeption des neuen Angebots wurden Unternehmen befragt, welche Kompetenzen sie besonders von ihren Mitarbeitenden erwarten. Dabei bekam Projektleiterin Claudia Becker immer wieder zu hören: „Die fachlichen Inhalte sind so speziell, dass wir sie selber vermitteln müssen. Was wir brauchen, ist Kommunikationsstärke und soziale Kompetenz.“ Fähigkeiten also, die Frauen (nicht nur) in der Familie immer wieder beweisen, die aber oft eine stärkere berufliche Ausrichtung brauchen.

Flexibilität durch Unterrichtsmodule

So entstanden drei Module, die sich jeweils aus mehreren speziellen Kursen zusammensetzen: Sprache und Kommunikation, Business Administration und als drittes EDV, denn im professionellen Umgang mit Computerprogrammen besteht bei vielen Frauen ein großer Weiterbildungsbedarf. Die Teilnehmerinnen können im Baukastensystem einzelne Module oder auch einzelne Kurse auswählen, zum Beispiel „Tabellenkalkulation mit Excel“. Oder sie belegen alle Module, dann erhalten sie nach sechs Monaten, mit 500 Unterrichtsstunden und einem vierwöchigen betrieblichen Praktikum, einen zertifizierten Abschluss „Projekt- und Teamassistenz“. „Wenn Teilnehmerinnen den Bildungsscheck komplett nutzen, also 500 Euro Förderung und 500 Euro private Finanzierung, können sie davon rund 200 Unterrichtsstunden bezahlen“, erläutert Claudia Becker. „Wir haben auch Bildungsschecknutzerinnen, die mit höherer Eigenbeteiligung das komplette Angebot buchen.“

Passgenaue Angebote, individuelle Betreuung

Maßgeschneiderte Angebote Um die Teilnehmerinnen optimal zu qualifizieren, legt das IMBSE großen Wert auf ein ausführliches Erstgespräch. „Wir nehmen uns dafür viel Zeit, zumal die beruflichen Vorstellungen oft recht ungenau sind“, sagt Claudia Becker. „Und wir führen während der gesamten Kursdauer mit den Teilnehmerinnen regelmäßig Einzelgespräche, um den Lernerfolg zu sichern und bei der Rückkehr in die Berufstätigkeit zu unterstützen.“

Alle Module werden im dreimonatigen Rhythmus gestartet. Der Unterricht findet am Vormittag von 8.30 bis 12.15 Uhr statt, das erleichtert Frauen die Teilnahme, die sich am Nachmittag um ihre Kinder kümmern müssen. Jeder Vormittag ist einem speziellen Kurs gewidmet, wer zum Beispiel „Assistenz im Marketing“ gebucht hat, muss also nur einmal pro Woche kommen. Die von neun Frauen und einem Mann geleiteten Kurse haben maximal 12 bis 15 Teilnehmerinnen. „Außerdem bieten wir sogenannte Kleine Kurse mit noch weniger Teilnehmerinnen an. Sie richten sich an Personen, die eine besonders intensive Ansprache benötigen, weil sie sich wenig zutrauen.“

Erfahrungsaustausch ist Gold wert

Das Forum Berufsrückkehr hat Teilnehmerinnen mit Bildungsscheck, mit Bildungsgutscheinen der Agentur für Arbeit und Selbstzahlerinnen. „Die Mischung, der Erfahrungsaustausch von Frauen, die unterschiedlich lange aus dem Berufsleben heraus sind, ist Gold wert“, hat Claudia Becker beobachtet. „Frauen, die nach vielen Jahren Familienphase in den Beruf zurückkehren wollen, haben oft etwas Angst, was sie erwartet. Sie trauen sich wenig zu und müssen erstmal Selbstbewusstsein tanken. Frauen hingegen, die gerade arbeitslos geworden sind, haben weniger Zweifel an ihren Fähigkeiten, und sie unterstützen die Rückkehrerinnen sehr. Unsere Teilnehmerinnen verstehen sich gut und bilden oft aus eigener Initiative Arbeitsgruppen, um gemeinsam zu lernen.“

Bildungsschecknutzerinnen sind besonders motiviert

Maßgeschneiderte Angebote Die Teilnehmerinnen mit Bildungsscheck zeigen in den Kursen eine sehr hohe Arbeitsmoral, ist Claudia Becker aufgefallen, „vermutlich deshalb, weil sie für die Weiterbildung auch selber etwas zahlen.“ Und sie suchen besonders engagiert nach einem Arbeitsplatz. Ein Beispiel dafür: „Wir stellen über Internetrecherchen geeignete Stellenangebote zusammen und hängen sie aus. Die Bildungsschecknutzerinnen studieren sie aufmerksam und reagieren in der Regel sehr schnell darauf." Hohe Motivation, individuelle Betreuung und ein flexibles fachliches Angebot tragen erheblich dazu bei, dass ein großer Teil der Bildungsschecknutzerinnen innerhalb kurzer Zeit, teilweise noch während der Weiterbildung, einen Arbeitsplatz findet.

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