Arbeitsmarktreport NRW – Sonderbericht
Situation der Frauen am Arbeitsmarkt – hoher Anteil an geringfügiger Beschäftigung
Mit den Sonderberichten werden die Quartalsberichte des Arbeitsmarktreport NRW zur Entwicklung des Arbeitsmarktes ergänzt. Im Sonderbericht 2011 zur Situation der Frauen am Arbeitsmarkt sind neben den allgemeinen Entwicklungen eine Reihe von Ergebnissen herauszustellen, die besonderen Handlungsbedarf anzeigen:
Entwicklungen mit Handlungsbedarf
- Die Erwerbsquote der Frauen konnte auch in NRW weiter gesteigert werden. Mit knapp 66 % liegt NRW aber an vorletzter Stelle und mit nur 1,6 Prozentpunkten wies NRW die geringste Steigerung dieser Erwerbsquote in den letzten vier Jahren auf, im Vergleich zu allen anderen Bundesländern.
- Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente wird deutlich, dass die Erwerbstätigkeit der Frauen nicht in allen Regionen gestiegen ist; in drei Regionen gab es sogar eine Abnahme der erwerbstätigen Frauen und Männer in den letzten vier Jahren.
- Trotz Rückgangs der Anzahl von Frauen, die ausschließlich geringfügig beschäftigt sind, gehört NRW mit dem Saarland zu den beiden Bundesländern, die mit ca. 23 % nach wie vor den höchsten Anteil dieser Beschäftigungsform aufweisen.
- Große Unterschiede gibt es in der Erwerbsbeteiligung der Frauen, je nach Alter der Kinder bzw. der bestehenden Kinderbetreuungsangebote. Im Vergleich der 16 NRW-Regionen variiert die Erwerbstätigenquote der Frauen mit Kindern unter 3 Jahren im Jahr 2010 zwischen 30% in Mülheim-Essen-Oberhausen und 48% in Düsseldorf/Mettmann, während die Erwerbstätigenquote von Müttern mit Kindern unter 18 Jahren zwischen 54% und 68% lag.
- Groß ist auch der Unterschied bei den jungen Frauen im Alter von 15 bis 30 Jahren: Knapp 47% der jungen Mütter haben keinen Berufsabschluss, während von den jungen Frauen ohne Kinder nur etwas mehr als 19% ohne Abschluss sind.
- Rund 48% aller erwerbstätigen Frauen sind in NRW in Teilzeit beschäftigt. Von denjenigen, die den Wunsch nach mehr Arbeit geäußert haben, will die Mehrheit (rd. 53%) ihre aktuelle Arbeit zeitlich aufstocken.
Allgemeine Entwicklungen im Überblick
- Die Frauenerwerbsquote lag in NRW im Jahre 2010 bei 65,8 % (Männer: 80,6 %). Seit 2005 gibt es einen kontinuierlichen Anstieg bei den Frauen um 3,3 Prozentpunkte.
- Die Erwerbstätigenquote der Mütter mit minderjährigen Kindern betrug 2010 62,1 % und stieg seit 2005 um 5 Prozentpunkte.
- Rund 47 % der erwerbsfähigen jüngeren Frauen (15 bis unter 30 Jahre) mit Kindern verfügt über keinen Berufsabschluss, bei den jungen Frauen ohne Kinder gilt dies nur für rund 19 %.
- Die Frauenerwerbstätigkeit hat sich in den letzten Jahren – nahezu unbeeinflusst von der Wirtschaftskrise – sowohl hinsichtlich der Zahl als auch des geleisteten Arbeitsvolumens stärker ausgeweitet als bei den Männern. Gleichzeitig geht diese Ausweitung der Frauen-Erwerbstätigkeit in erster Linie zurück auf eine Zunahme der Teilzeitarbeit, allerdings vornehmlich im sozialversicherungspflichtigen Bereich.
- Bei den Frauen würden rund. 235.000 aller Teilzeitbeschäftigten (13,6 %) lieber einer Vollzeittätigkeit nachgehen.
- Die Zahl der arbeitslosen Frauen ist im allgemeinen Trend vor allem seit 2006 um rund 121.000 bzw. um 25 % zurückgegangen. Damit entsprach der Rückgang in etwa dem der arbeitslosen Männer.
- Der Rückgang der Frauen-Arbeitslosigkeit beruht in erster Linie auf der Entwicklung im SGB III-Bereich; im SGB II-Bereich beträgt der Rückgang nur rund 7 %.
- Die erwerbstätigen Arbeitslosengeld II-Bezieherinnen sind mit rund 47 % überwiegend als geringfügig Beschäftigte tätig.


