Arbeitsmarktreport NRW – Interview
Trendmelder und Datenquelle für die Arbeitspolitik in NRW
Interview mit Andreas Mertens, Berater bei der Gesellschaft für Innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) und Autor des vierteljährlich erscheinenden Arbeitsmarktreport NRW
Der Arbeitsmarktreport NRW liefert regelmäßig einen kompakten Überblick zu aktuellen Entwicklungstrends auf dem nordrhein-westfälischen Arbeitsmarkt. Wie wichtig ist eine solche Berichterstattung?
Der Arbeitsmarktreport hat eine starke regionale Orientierung. Als Trendmelder liefert er den Regionalagenturen und den arbeitsmarktpolitischen Akteuren eine fundierte Datengrundlage, um Schwerpunktsetzungen und Handlungsfelder in bestimmten Problembereichen besser zu identifizieren und darauf aufbauend Projektentwicklungen anzustoßen. In keinem anderen Bundesland gibt es eine solche differenzierte und kontinuierliche Berichterstattung, auch das ist ein Markenzeichen des Arbeitsmarktreport NRW.
Wie nutzen die Akteure die Ergebnisse, um die regionale Arbeitspolitik umzusetzen?
Der Arbeitsmarktreport, aber auch die Sonderberichte liefern den Regionen und den regelmäßig tagenden Lenkungs- und Arbeitskreisen wichtige Daten zur Steuerung der regionalen Arbeitsmarktpolitik. Anhand der Quartalsberichte können sie die strategische Ausrichtung mit der tatsächlichen Arbeitsmarktlage rückkoppeln und, wenn notwendig, Anpassungen oder Umsteuerungen vornehmen. Dem Arbeitsministerium liefern die Quartalsberichte wiederum eine wichtige Datengrundlage für die jährlichen Statusgespräche mit den Regionen: Welche regionalen Strategien sind zu verfolgen, wo liegen Förderschwerpunkte, wo muss umgesteuert werden?
Können Sie das an einem Beispiel verdeutlichen?
Die regionalen Arbeitsmärkte sind in unterschiedlichem Maße von Arbeitslosigkeit betroffen. Im Ruhrgebiet sind die Arbeitslosenquoten traditionell sehr hoch, während sie in ländlichen Regionen wie dem Münsterland weit darunter liegen. Dagegen ist die Jugendarbeitslosigkeit in ländlichen Regionen vergleichsweise hoch, hier haben Jugendliche häufiger Probleme, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden. Deshalb sind in ländlichen Regionen vor allem Initiativen gefragt, die mehr Ausbildungsplätze schaffen und die den Übergang Schule und Beruf verbessern. Mit dem Arbeitsmarktreport lassen sich so relativ zielgenau regionale Handlungsfelder und Schwerpunkte für arbeitsmarktpolitische Interventionen belegen.
Ein großer Vorteil des Arbeitsmarktreports ist zudem, dass er flexibel einsetzbar ist. Im Zuge der Wirtschaftskrise haben wir beispielsweise zusätzlich die Kurzarbeitsquote und das Entlassungsrisiko, d.h. den Zugang von Arbeitslosen aus Erwerbstätigkeit, aufgenommen. Mit den Sonderberichten des Arbeitsmarkreports beobachten wir kontinuierlich einzelne Zielgruppen. Dazu gehören neben den Migranten beispielsweise auch die Alleinerziehenden oder die Erwerbssituation von Frauen in NRW.
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Der Arbeitsmarktreport NRW erscheint vierteljährlich und steht zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung.


