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Aktionsplan Ausbildung für türkeistämmige Jugendliche – Zukunft durch Ausbildung

Gruppe JugendlicherIn Nordrhein-Westfalen sind mehr als die Hälfte der ausländischen Bewerber um einen Ausbildungsplatz Jugendliche türkischer Herkunft. Sie haben aber größere Schwierigkeiten als deutsche Jugendliche, in eine Berufsausbildung einzusteigen. Und sie konzentrieren sich bei ihrer Suche auf wenige, besonders beliebte Berufe. Das duale Ausbildungssystem bietet jedoch ein breites Spektrum unterschiedlichster Ausbildungsmöglichkeiten. Mit dem „Aktionsplan Ausbildung“ will die Landesregierung in gemeinsamer Anstrengung mit den türkischen Generalkonsulaten und den Akteuren der Berufsbildung die Zugänge zur beruflichen Ausbildung für türkeistämmige Jugendliche erleichtern. Denn: Die Betriebe benötigen mehr denn je qualifizierte Fachleute und motivierte junge Nachwuchskräfte. Das eröffnet große Chancen für alle Jugendlichen.

Informationen und Aktionen

Zugänge zur Berufsausbildung erleichtern

Ohne eine berufliche Ausbildung gibt es kaum Aussichten auf eine dauerhafte Beschäftigung – ohne qualifizierte Fachkräfte ist die nordrhein-westfälische Wirtschaft nicht konkurrenzfähig und erfolgreich. Deshalb setzen sich die Landesregierung, die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und die vier türkischen Generalkonsulate dafür ein, dass auch türkeistämmige Jugendliche eine qualifizierte berufliche Ausbildung erhalten. Eine Berufsausbildung in einem der über 350 verschiedenen Berufsbilder ist dabei eine entscheidende Grundlage für beruflichen Einstieg, Karriere und stabile Beschäftigung. Im Rahmen des „Aktionsplan Ausbildung“ wird eine Reihe unterstützender Aktivitäten umgesetzt und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Regionale Veranstaltungen werben für mehr Ausbildungsbeteiligung

Mit insgesamt vier regionalen Veranstaltungen informierten die Partner des Aktionsplans Unternehmen, Betriebsräte, Schulen, Vereine und weitere Interessierte und warben dafür, sich für bessere Ausbildungschancen türkischer und türkeistämmiger Jugendlicher einzusetzen. Organisiert wurden die Veranstaltungen vom türkischen Unternehmerverband ATIAD e.V. im Auftrag des NRW-Arbeitsministeriums und der türkischen Generalkonsulate in NRW. Arbeits- und Integrationsminister Guntram Schneider und Staatssekretär Wilhelm Schäffer nahmen an den Veranstaltungen teil und erläuterten die Ziele des Aktionsplans.

Aktivitäten und Angebote für Jugendliche und ihre Eltern

Möglichst viele Jugendliche mit türkischer Zuwanderungsgeschichte sollen den Zugang zu einer qualifizierten Berufsausbildung erhalten – die Mütter und Väter spielen dabei als erste „Berufsberater“ ebenfalls eine zentrale Rolle. Die Unterstützungs- und Informationsangebote richten sich deshalb gleichermaßen an Jugendliche und ihre Eltern.

  1. Zweisprachige Multiplikatoren sollen qualifiziert werden und als erste Ansprechpartner den Kontakt herstellen zwischen türkeistämmigen Jugendlichen und ihren Eltern einerseits und den Berufsberatungen und Ausbildungsbetrieben andererseits.
  2. Die türkischen Generalkonsulate ermöglichen an ihren Standorten regelmäßige Sprechstunden der Berufsberatungen für interessierte Jugendliche und ihre Eltern.
  3. In den letzten Klassen der allgemeinbildenden Schulen finden verstärkt zweisprachige Elternabende mit den Fachkräften der Berufsberatung statt.
  4. Die Berufsberatung führt Informationsveranstaltungen in türkischen Vereinen und Organisationen durch.

Im Gespräch: Berufseinstiegsberater aus Überzeugung

Ehrenamtliche Berufseinstiegsberater und -beraterinnen informieren auf Deutsch und Türkisch Jugendliche und ihre Eltern zum Thema Ausbildung. Bereits 116 Berater und Beraterinnen wurden qualifiziert und haben die Arbeit aufgenommen. Die Schulungen werden vom nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium gefördert und vom türkischen Unternehmerverband ATIAD umgesetzt. Ali Katircioglu ist als ehrenamtlicher Berufseinstiegsberater in Mülheim a.d.R. aktiv. Seine Botschaft: „Ich will die Jugendlichen motivieren, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. In Deutschland gibt es viele Ausbildungsmöglichkeiten, das sollen sie nutzen.“

Das Arbeitsministerium informiert auf Deutsch und Türkisch

Das nordrhein-westfälische Arbeitsministerium hat im Rahmen des Aktionsplans zweisprachige Informationsangebote entwickelt und finanziell gefördert, darunter Informationsmaterialien zum Herunterladen sowie eine Hotline und das - nun mehrsprachige - Jugendportal www.jaau.nrw.de. Die Medienpartnerschaft mit dem WDR/Funkhaus Europa unterstützt die Aktivitäten der Landesregierung.

Mit der Broschüre „Profil“ informiert der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) zu relevanten Ausbildungsberufen und bietet türkeistämmigen Jugendlichen und ihren Eltern anschauliche Informationen über die unterschiedlichen Ausbildungsbereiche. Über den Aktionsplan Ausbildung informiert außerdem ein Flyer, herausgegeben vom Arbeitsministerium.

Über eine zweisprachige Hotline können sich türkeistämmige Jugendliche und ihre Eltern über Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Der Anruf vom Festnetz oder Mobiltelefon ist kostenfrei.

  1. Die Hotline von „Nordrhein-Westfalen direkt“ hilft weiter – Telefon 0800 5555 44 0

Das Jugendportal www.jaau.nrw.de bietet zweisprachige Informationen zum Thema Berufsausbildung. Das Portal richtet sich überwiegend an Schüler der 9. und 10. Klassen sowie an alle Jugendlichen, die auf der Suche nach der richtigen Berufsausbildung sind und sich einen Überblick verschaffen wollen. Jugendliche können sich hier gleich in vier Sprachen informieren: Neben Deutsch und Türkisch auch Russisch, Italienisch und Englisch.

 

Ausbildung für
türkische Jugendliche

Aktionsplan Ausbildung türkische Jugendliche

Kostenfreie Hotline informiert auf Deutsch und Türkisch
Telefon 0800 5555 44 0

Broschüren-Tipp:
Vergütungen für Azubis

Vergütungen für Azubis

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