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JobPerspektive in der Praxis – Sägewerk Fisch

Unterstützung für die Qualitätskontrolle

„Qualität ist die wesentliche Voraussetzung, wenn man als Schnittholzproduzent erfolgreich sein will. Besonders dann, wenn es um den internationalen Markt geht.“ Das weiß Stephan Kob aus Erfahrung. Er ist Betriebsleiter im Sägewerk Fisch in Rüthen, einem kleinen Ort im nördlichen Sauerland. Um die Qualitätskontrolle zu optimieren, brauchte das Sägewerk personelle Verstärkung. Über das Programm „JobPerspektive“ konnten gleich zwei neue Mitarbeiter eingestellt werden: die Brüder Klebolte, die lange Zeit arbeitslos waren.

Die Qualität muss stimmen

Die Ernst Fisch GmbH & Co. KG ist ein Familienunternehmen mit mehr als 200 Jahren Firmengeschichte. Heute, in Zeiten der Globalisierung, wird rund 80 Prozent des Umsatzes im Ausland gemacht. „Wir produzieren nur nach Auftrag. Wenn da die Qualität nicht stimmt, gibt es schnell Reklamationen. Qualitätssicherung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit“, sagt Stephan Kob. So wichtig, dass personelle Konsequenzen erforderlich wurden. Denn die Facharbeiter waren bei der sekundenschnellen Qualitätskontrolle am Transportband überlastet. Der Betriebsrat forderte: „Wir brauchen jemand, der die Hölzer vorsortiert.“ Die Firmenleitung sah das genauso. Nun galt es, geeignete Personen zu finden. Über „JobPerspektive“ ist das gelungen und die beiden Brüder Ulrich und Manfred-Theodor Klebolte arbeiten nun für das Sägewerk Fisch.

Entlastete Fachkräfte, zufriedene Zuarbeiter

Ulrich Klebolte steht am Transportband. Er wirft einen prüfenden Blick auf die Schnitthölzer: Gibt es Verfärbungen, Baumkanten oder andere Mängel? „Ich lege jedes Holz mit der schlechten Seite nach oben auf das Band, alle Bretter oder Latten in die gleiche Richtung. Der Facharbeiter entscheidet dann, ob sie A- oder B-Qualität haben.“

Mit Holz zu arbeiten ist für den 46-jährigen Klebolte nicht neu: Er und sein 53-jähriger Bruder waren früher in einer Möbelfabrik beschäftigt. Aber das ist lange her, 2001 musste die Firma schließen. Seitdem waren die Brüder arbeitslos, denn in ihrem Alter und ohne Ausbildung hatten sie praktisch keine Chance, einen Arbeitsplatz zu finden. „Wir hatten einige 1-Euro-Jobs, aber die Arbeit im Sägewerk ist doch etwas anderes.“ Jetzt sind die Brüder Klebolte Teil einer Produktionskette, die dafür sorgt, dass die Kunden – Baumärkte und Holzindustrie – zufrieden sind.

Zufrieden sind auch die Brüder: „Wir kommen mit den Kollegen gut klar und arbeiten hier gerne“, sagt Ulrich Klebolte. Die Arbeit am Transportband ist oft anstrengend und die wechselnden Schichten wären nicht jedermanns Sache. Aber die Kleboltes fanden nur die Umstellung auf Nachtschichten etwas schwierig, und auch das „geht inzwischen ganz gut.“

Genau die richtigen Mitarbeiter gefunden

„Die Brüder Klebolte sind pünktlich, zuverlässig und eifrig, und haben das, was sie machen müssen, schnell gelernt. Die beiden sind das, was wir wollten“, sagt Stephan Kob. „Wir sind wirklich froh, dass wir von dem Programm JobPerspektive erfahren haben.“ Über das Programm erhält das Sägewerk Fisch für die Brüder Klebolte einen Lohnkostenzuschuss von 70 Prozent.

Den ersten Hinweis auf das Förderprogramm hatte der Firmeninhaber Ernst-Daniel Fisch vom Rüthener Bürgermeister bekommen. Stephan Kob nahm dann Kontakt zu „Arbeit Hellweg aktiv“ auf, dem Jobcenter im Kreis Soest. Der dortige Ansprechpartner für Arbeitgeber, Bertram Schneider, kam kurz darauf in das Sägewerk. „Herr Schneider hat uns über JobPerspektive informiert und sich angesehen, welche Arbeiten die zukünftigen Mitarbeiter erledigen sollten. Dann hat er jemanden vorgeschlagen, der sich bei uns vorgestellt hat.“

Der erste Bewerber war nicht der richtige. Also ging die Suche weiter: „Wir mussten zwei Leute finden, die ein Auto oder ein Motorrad haben, da es keine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gibt. Außerdem mussten sie im Schichtbetrieb einsetzbar sein“, erinnert sich Bertram Schneider. „Aber das war kein Problem. Unsere Fachberater kennen die Arbeitsuchenden gut, so dass wir dem Sägewerk Fisch mehrere Personen vorschlagen konnten.“

Mehrere Vorstellungsgespräche? Das klingt nach einigem Aufwand für die Firma. „Nein, das war es überhaupt nicht“, sagt Stephan Kob. „Die Vermittlung war gut vorbereitet, die Vorschläge kamen prompt, Herr Schneider hat die Termine mit den Bewerbern koordiniert. Der Zeitaufwand für uns war minimal, und wir haben unter mehreren Bewerbern diejenigen gefunden, die für uns genau die richtigen sind.“

„JobPerspektive ist eine runde Sache“

Bevor Ulrich und Manfred-Theodor Klebolte eingestellt wurden, arbeiteten sie zunächst drei Wochen auf Probe. „Das ist für alle wichtig“, findet Stephan Kob, „denn die potenziellen neuen Mitarbeiter müssen mit ihrer Arbeit zufrieden sein, sie müssen mit ihren anderen Kollegen klarkommen und die mit ihnen.“

Die beiden Brüder integrierten sich gut in den Betrieb, und nach der Probezeit stand der Einstellung nichts mehr im Wege, auch kein mühseliges Antragsverfahren. „Die Formalitäten bei JobPerspektive sind minimal und waren einfach zu erledigen“, sagt Stephan Kob. „Das Programm ist eine runde, gute Sache, die ich jedem Unternehmen empfehlen kann.“

Broschüren-Tipp:
JobPerspektive

Titelbild aus der Broschüre JobPerspektive

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