Weiterbildung für den Wiedereinstieg – Bildungsscheck
Ein Anschub zum beruflichen Neustart
Abgeschlossenes Studium, etliche Jahre Berufserfahrung im In- und Ausland: Trotzdem hatte Irmgard Slotta nach der Familienphase Schwierigkeiten, eine Arbeit zu finden. „Ich war sehr lange aus dem Berufsleben heraus und hatte auch keine genaue Vorstellung, in welchem Bereich ich Chancen hätte. Der Bildungsscheck war für mich ein Anschub zum Neustart und bei meiner jetzigen Arbeit profitiere ich jeden Tag von der Weiterbildung.“
Von der Familienmanagerin zurück in den Beruf
Abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaftslehre, sechs Jahre in einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen, drei Jahre in London für ein großes Unternehmen in der Kommunikationstechnologie, und „nebenher“ noch das Steuerberaterexamen gemacht: Irmgard Slotta hat als junge Frau eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Als 1991 ihr erstes Kind zur Welt kam, übernahm sie mit genauso viel Elan ihre Rolle als „Familienmanagerin“: die Versorgung der Kinder, Haushalt, ehrenamtliches Engagement. „Ich habe mich um alles gekümmert, mein Mann konnte sich voll auf den Beruf konzentrieren. Die lange Familienphase war ok, aber als die beiden Kinder ganz gut allein zurechtkamen, wollte ich wieder arbeiten.“ Das war 2008. Irmgard Slotta war 50 Jahre alt und hatte keine genaue Vorstellung, was sie machen wollte und konnte. „Ein großes Hindernis waren die fehlenden EDV-Kenntnisse, die inzwischen praktisch bei jeder Arbeit, die für mich in Frage kam, verlangt werden.“
Angebote, die zum Lernen motivieren
Im Sommer 2008 erfuhr Irmgard Slotta durch eine Freundin vom Bildungsscheck und von den Weiterbildungsangeboten des Instituts für Modelle beruflicher und sozialer Entwicklung (IMBSE GmbH) in Krefeld. „Ich bin gleich am nächsten Tag hingegangen und habe mich informiert. Das Konzept gefiel mir, weil es das anbot, was ich brauchte: eine sehr intensive Computerschulung.“ Nach einem Beratungsgespräch bei der Niederrheinischen Kreishandwerkerschaft erhielt Irmgard Slotta den Bildungsscheck, eine wichtige finanzielle Unterstützung für ihre umfangreiche Weiterbildung: „Zunächst habe ich EDV-Kurse gemacht, dann wurde mein Interesse an anderen Kursen geweckt: Schriftverkehr, Kommunikations- und Bewerbungstraining, Business Administration.“ Irmgard Slotta absolvierte schließlich statt einiger Kurse das komplette, sechs Monate dauernde Angebot „Projekt- und Teamassistenz“, eine zertifizierte Qualifizierungsmaßnahme des IMBSE.
Irmgard Slotta hat ihre Weiterbildung sehr ernst genommen. Zum Beispiel fand sie es gut, dass streng auf eine regelmäßige Teilnahme geachtet wurde. Das war ein gutes Training für die Berufstätigkeit, aber sie nennt noch einen weiteren Grund für ihr Pflichtbewusstsein: „Der Bildungsscheck wird aus öffentlichen Mitteln finanziert, also aus den Steuern der anderen Menschen. Das beinhaltet auch eine Verantwortung, ihn möglichst gut zu nutzen.“
Den Bildungsscheck sieht Irmgard Slotta als eine Motivation, nach der Familienphase wieder Verantwortung für das eigene berufliche Leben zu übernehmen: „Er gibt oder erweitert die Möglichkeiten zur Weiterbildung. Und die ist wichtig, denn man ist nie fertig mit Lernen.“
„Von der Weiterbildung profitiere ich jeden Tag“
Weiter lernen ist für Irmgard Slotta auch bei ihrer jetzigen Arbeit angesagt, denn sie ist in einer für sie ganz ungewohnten Branche tätig: Seit dem Sommer 2009 leitet sie ein neu eröffnetes Restaurant in Düsseldorf. Sie koordiniert die Arbeit der 30 Mitarbeitenden und bereitet die Buchhaltung und die Lohnabrechnungen für den Steuerberater vor. „Aber ich kümmere mich auch um die Gäste oder fahre mal schnell zum Großmarkt, wenn etwas fehlt.“
Gerade im Kontakt mit den Gästen und bei der Leitung des Personals kommt Irmgard Slotta eine Erfahrung aus den IMBSE-Kursen zugute: „Ich habe dort gelernt, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die einen ganz anderen persönlichen und beruflichen Hintergrund haben, mit unterschiedlichem Alter und Temperament. Aber auch unabhängig davon kann ich sagen: Die Weiterbildung hilft mir heute jeden Tag, egal ob beim Umgang mit dem Personal oder am Computer.“



