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Aktionsplan Altenpflege 2010 – Berufsinformationstag

Altenpflegefachkraft: ein gefragter Beruf

Äußerst zufrieden waren die Veranstalter des „Berufsinformationstages Altenpflegefachkraft“, der am 6. Juli 2010 im Gebäude der DRK-Schwesternschaft in Bonn stattfand. Zur Vormittagsveranstaltung kamen mehr als 80 Personen, Kundinnen und Kunden der Agentur für Arbeit Bonn und der ARGEn Bonn und Rhein-Sieg-Kreis. Auch die öffentliche Veranstaltung am Nachmittag, zu der über lokale Medien eingeladen worden war, fand mit rund 35 Teilnehmenden guten Zuspruch. Es war jedoch nicht nur die Teilnehmerzahl, die positiv überraschte, sondern auch das konkrete Ausbildungsinteresse, das viele der Veranstaltungsbesucher und -besucherinnen zeigten. Eine gute Erfahrung für die beteiligten Institutionen, die in der Region Bonn/Rhein-Sieg den Aktionsplan Altenpflege 2010 gemeinsam vorantreiben: Regionalagentur, Agentur für Arbeit, ARGEn und die vor Ort tätigen Altenpflege-Fachseminare.

Sorgfältige Ausbildung, gute berufliche Chancen

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte die „Hausherrin“ Lioba Brockamp, Oberin der DRK-Schwesternschaft Bonn, die Teilnehmenden. Sie erläuterte den Ablauf und wies auf die Infostände der beteiligten Institutionen hin: „Nutzen Sie diese Gelegenheit, mit so vielen kompetenten Personen zu sprechen!“ Hans Scherrer, Bereichsleiter bei der Agentur für Arbeit Bonn, skizzierte den Aktionsplan Altenpflege 2010 und die damit verbundenen Möglichkeiten, einen zukunftssicheren Beruf zu erlernen: „Altenpflegerinnen und Altenpfleger sind schon heute äußerst gefragt, und durch den demografischen Wandel steigen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt auch langfristig weiter.“ Das bestätigte Martina Schönborn-Waldorf, Leiterin der Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg: „In der Region besteht ein großes Interesse an gut ausgebildeten Fachkräften, insbesondere auch im Bereich der ambulanten Pflege und Betreuung. Sehr willkommen ist außerdem ein internationaler Hintergrund, die Zweisprachigkeit von Altenpflegekräften, denn ein Viertel unserer Bevölkerung sind Menschen mit Migrationshintergrund.“

Einen guten Überblick zur Ausbildung zur staatlich geprüften Altenpflegefachkraft erhielten die Veranstaltungsteilnehmenden durch ein Referat von Monika Cremer-Biermann, Gesamtleiterin des Fachseminars für Altenpflege der DRK-Schwesternschaft Bonn. Sie erläuterte zunächst die gesetzlichen Grundlagen für die bundesweit einheitlich geregelte duale Ausbildung und die Anforderungen, formelle ebenso wie persönliche, etwa Einfühlungsvermögen oder die Fähigkeit zur Teamarbeit. Anschließend schilderte sie die Inhalte und den Ablauf der dreijährigen Ausbildung, die in mehrwöchige Theorie- und Praxisblöcke unterteilt ist. Der Vortrag von Monika Cremer-Biermann wurde durch einen kurzen Film der Agentur für Arbeit ergänzt. Er zeigte die Ausbildung und den Berufsalltag einiger Altenpflege¬fachkräfte und verwies auch auf die guten Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Gezielte Fragen, kompetente Beratung

Das Interesse und der Informationsbedarf der Teilnehmenden waren groß, wie sich in einer Fragerunde und den zahlreichen darauf folgenden Einzelgesprächen zeigte. Ist eine verkürzte Ausbildung möglich, wenn man bereits Erfahrungen in der Altenpflege hat? Wie kann ich einen Praktikumsplatz finden? Wo kann ich die Anerkennung eines ausländischen Pflegerexamens beantragen? Wie ist die juristische Lage, wenn es zu einem Todesfall kommt? Wie erfolgt die Förderung durch den Aktionsplan und wo bekomme ich die Bildungsgutscheine? So lauteten einige der Fragen. „Viele der Teilnehmenden machten den Eindruck, dass sie sehr ernsthaft an einer Ausbildung interessiert sind. Einige haben sich genau erkundigt, welche Unterlagen sie benötigen und haben gleich Bewerbungsbögen mitgenommen“, so Michael Wolff, Leiter des Evangelischen Fachseminars für Altenpflege in Sankt Augustin. Seine Kolleginnen von den anderen Fachseminaren teilten die Einschätzung, zum Beispiel Christine Powalla: „Viele hatten sich schon vorher mit dem Berufsbild beschäftigt und kamen mit ganz gezielten Fragen.“ Eine Frage hat die Leiterin des Bonner Vereins zur Förderung der Aus- und Weiterbildung in der Altenpflege mehrmals gehört: Ist eine Teilzeitausbildung möglich? „In unserer Region ist das noch nicht der Fall. Aber es wäre ein gutes Angebot, zumal auch manche Alteneinrichtungen Teilzeitauszubildende besser in ihre Arbeitsabläufe integrieren könnten.“

Konzertierte Aktion für den Aktionsplan Altenpflege

„Ich konnte mit Vertretern aller Fachseminare sprechen und habe mich dann direkt am Infostand der Arbeitsagentur wegen des Bildungsgutscheins erkundigt. Das war sehr praktisch“, meinte eine Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung. Ihre Aussage bestätigt, wie sinnvoll der gemeinsame Auftritt von Agentur, ARGEn und Fachseminaren war. Die Idee zur „konzertierten Aktion“ entstand bei einem Treffen von Regionalagentur, Agentur für Arbeit und ARGEn, bei dem über die Umsetzung des Aktionsplans Altenpflege 2010 in der Region Bonn/Rhein-Sieg beraten wurde. „Zu unserem nächsten Treffen haben wir die vier Fachseminare eingeladen, die gleich sehr offen für eine Kooperation waren“, so Martina Schönborn-Waldorf. „Die nächste Runde war dann eine Veranstaltung für Arbeitgeber im Bereich der Altenpflege, an der sich 50 Einrichtungen und Unternehmen beteiligten. Dort haben wir über den Aktionsplan und die damit verbundenen Fördermöglichkeiten informiert. Außerdem haben wir die Einrichtungen angeregt, Schnuppertage oder Kurzpraktika zu ermöglichen.“ Nach Einschätzung von Christine Schulte-Bunert, vom Verein zur Förderung der Altenpflege, dürfte insbesondere die finanzielle Unterstützung der Ausbildung für die Altenpflegeeinrichtungen attraktiv sein: „Die Ausbildungsvergütung ist relativ hoch. Hinzu kommt das Problem der knappen personellen Ressourcen, denn die Auszubildenden brauchen eine qualifizierte Fachanleitung. Beides führt dazu, dass es zu wenig betriebliche Ausbildungsplätze gibt. Der Bildungsgutschein ist deshalb sehr hilfreich.“

Wenn ein sogenannter Nichtleistungsempfänger einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur einreicht, muss der Ausbildungsträger nach dem Bundesaltenpflegegesetz eine Ausbildungsvergütung zahlen. Er hat aber die Möglichkeit, bei der Bezirksregierung Detmold einen Zuschuss zu den Ausbildungskosten in Höhe von 2.500 € pro Jahr zu beantragen. Diesen Zuschuss finanziert das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Aktionsplans Altenpflege 2010 aus ESF-Mitteln.

Zusätzliche Ausbildungsplätze in der Region: Das wäre wichtig. Denn schon bei der Veranstaltung in Bonn entschlossen sich mehrere Teilnehmende, mit einer Ausbildung als Altenpflegefachkraft zu beginnen. „Alle anderen werden wir noch einmal anschreiben und ihnen ein weiteres Informationsgespräch anbieten“, so Hans Scherrer. Er ist zuversichtlich, dass über den Aktionsplan Altenpflege 2010 in der Region Bonn/Rhein-Sieg etliche neue Ausbildungsverhältnisse entstehen. „Die Beteiligung an unserem Berufsinformationstag war sehr gut. Zu der Vormittagsveranstaltung hatten wir 100 Personen eingeladen, die Erfahrung im sozialen Bereich haben oder Interesse daran geäußert hatten, und 80 sind gekommen.“ Dies und der ebenfalls gute Besuch am Nachmittag, wo sich neben Arbeitsuchenden auch Eltern und Lehrer informierten, zeigen: Altenpflegefachkraft ist – im mehrfachen Sinne – ein gefragter Beruf.

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