Aktionsplan Altenpflege 2010: Zusätzliche Fachkräfte gewinnen
Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Nordrhein-Westfalen wird in den nächsten zehn Jahren deutlich ansteigen. Um sie angemessen pflegen zu können, müssen bereits heute zusätzliche Altenpflegekräfte ausgebildet werden. Der „Aktionsplan Altenpflege 2010“ reagiert auf diese Entwicklung und wird gemeinsam vom Arbeitsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit sowie den Jobcentern getragen. Interessierte arbeitslose Frauen und Männer erhalten damit die Chance auf einen dauerhaft sicheren Arbeitsplatz. Beratungsangebote des Landes helfen Pflegeinrichtungen bei der Gestaltung moderner, gesunder Arbeit.
Informationen zum Programm
Pflegedienstleistungen in einer alternden Gesellschaft
Das Berufsfeld der Altenpflege steht aufgrund des demografischen Wandels vor großen Herausforderungen. Vor allem mit Blick auf die alternde Gesellschaft wird die Nachfrage nach Pflegedienstleistungen in Zukunft weiter steigen. Mit dieser Entwicklung eröffnen sich zugleich neue Beschäftigungschancen für Menschen, die einen attraktiven und sicheren Arbeitsplatz suchen. Das Arbeitsfeld Altenpflege bietet zukunftsfeste Arbeitsplätze und die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft sichert den Zugang zu einem Beruf mit Perspektive.
Ausbildung zur Altenpflegefachkraft
Im Jahr 2010 konnten sich zusätzlich bis zu 1.000 arbeitslose Personen zur Altenpflegefachkraft ausbilden lassen. Die Kosten für die theoretische und praktische Ausbildung werden komplett über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder eines Jobcenters gedeckt. Für Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II werden zur Sicherung des Lebensunterhaltes während der Ausbildung die Leistungen weitergezahlt.
Bis zu 150 Ausbildungsverhältnisse für Personen, die über keinen Leistungsanspruch nach dem SGB II oder SGB III verfügen, konnten durch das Arbeitsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert werden.
Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Altenpflegefachkraft dauert drei Jahre. Sie wird an Fachseminaren für Altenpflege und in Pflegeeinrichtungen durchgeführt und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. In dieser Ausbildung werden alle Kompetenzen erworben, die für die Pflege, Beratung, Betreuung und Begleitung älterer Menschen erforderlich sind.
Informationsangebote und Regionalveranstaltungen
Um die zusätzlichen Ausbildungsmöglichkeiten im Jahr 2010 zu nutzen, müssen zeitnah interessierte Arbeitslose gewonnen werden. Das nordrhein-westfälische Arbeitsministerium unterstützt deshalb den Aktionsplan durch flankierende Informationsangebote, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert werden. Die Angebote werden in Abstimmung mit der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und den Jobcentern umgesetzt.
Auf regionalen Veranstaltungen – koordiniert von den Regionalagenturen des Landes – informieren die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter gemeinsam mit ausgewählten Fachseminaren über das Berufsbild der Altenpflegefachkraft. Darüber hinaus hat das Arbeitsministerium aus ESF-Mitteln einen Flyer erstellt, der Arbeitslose über die Chancen einer Ausbildung zur staatlich geprüften Altenpflegefachkraft informiert.
- Berufsinformationstag zur Ausbildung Altenpflegefachkraft, Bericht aus Bonn mit Fotogalerie
- Der Flyer zur Aktion (PDF)
- Servicetipp: www.altenpflegeausbildung.nrw.de
Altenpflegeeinrichtungen – Potentialberatung nutzen
Für eine moderne Gestaltung der Arbeitsorganisation und Arbeitszeit können Einrichtungen der Altenpflege eine Potentialberatung in Anspruch nehmen und damit betriebsspezifische Lösungsansätze erarbeiten. Die Potentialberatung ist ein vielfach bewährtes Förderangebot in Nordrhein-Westfalen und unterstützt – mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds – Unternehmen und ihre Beschäftigte, erfolgreich zu arbeiten und zukunftsfähige, gesunde Arbeitsplätze zu sichern.
Eine Reihe von regionalen Fachveranstaltungen informierte zu den Einsatzmöglichkeiten der Potentialberatung in der Pflegebranche. Auf großes Interesse stieß die Fachveranstaltung „Gute Pflege für alte Menschen – Potentialberatung in Pflegebetrieben“ in der Handwerkskammer Düsseldorf. Ein Bericht fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen.
- Informationen zum Förderangebot der Potentialberatung
- Bericht zur Fachtagung "Potentialberatung in der Pflegebranche" und Fotogalerie
- Caritas-Seniorenzentrum St. Elisabeth: Neue Aufgabenverteilung und weniger Belastungen, Praxisbericht
- Freie Alten- und Nachbarschaftshilfe: Professionelles Personalmarketing und geringerer Krankenstand, Praxisbericht
Weitere Informationen
- Aktionsplan Altenpflege 2010 (PDF)
- Merkblatt zum Ausbildungszuschuss für Anstellungsträger im Aktionsplan Altenpflege 2010 (PDF)




