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Fachkräfte sichern – Sonderprogramm Qualifizierung und Innovation zur Fachkräftesicherung in NRW

Eine Frau und ein Mann mit blauen Sicherheitshelmen stehen nebeneinander auf einer BaustelleGlobaler Wettbewerb, technologischer Wandel und demografische Entwicklung werden auch in Nordrhein-Westfalen zu enormen Herausforderungen bei der Sicherung von Fachkräften führen. Die NRW-Landesregierung hat deshalb ein „Sonderprogramm Qualifizierung und Innovation zur Fachkräftesicherung“ auf den Weg gebracht. Schon jetzt sind Engpässe zu verzeichnen und es bedarf gemeinsamer Anstrengungen aller Akteure, um für den zukünftig zu erwartenden Fachkräftemangel gewappnet zu sein. Sicher ist: Nur wettbewerbsfähige Betriebe schaffen zukunftssichere Arbeitsplätze. Flexibilität, Qualität und Innovationen entstehen jedoch nicht durch Maschinen, sondern von und mit kompetenten, engagierten und kreativen Beschäftigten.

Sonderprogramm – Eckpunkte und Downloads

Potenziale auf dem Arbeitsmarkt erkennen und nutzen

Der Fachkräftebedarf ist schon jetzt regional- und branchenspezifisch unterschiedlich ausgeprägt. Nicht nur bei den Ingenieuren und in der Pflege, sondern auch beispielsweise bei den Metall- und Elektroberufen, der Logistik und den Gesundheits- und Erziehungsberufen besteht deutlicher Handlungsbedarf. Geschieht nichts, droht nach Berechnungen des Prognos-Instituts in Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2020 ein Fachkräftemangel von 630.000 Menschen. Das „Sonderprogramm Qualifizierung und Innovation zur Fachkräftesicherung“ stellt sich dieser Herausforderung.

Das Fachkräfteprogramm setzt auf regionale Partnerschaft und regionale Lösungen. Dabei werden erfolgreiche Instrumente wie beispielsweise Bildungsscheck, Potentialberatung oder Förderungen zur Berufsrückkehr einbezogen. Ein regionales Monitoring wird aufgebaut. Das Monitoring soll helfen, Handlungsfelder zu erkennen, in denen der Fachkräftebedarf die Innovationsfähigkeit und das Wachstum kleiner und mittelständischer Unternehmen behindert. Während die zentrale Steuerung auf Landesebene erfolgt, entwickeln die Regionen auf Basis des Monitorings Handlungspläne, in denen sie ihre Ausgangslage und konkrete Schritte zur Veränderung aufzeigen.

Die Umsetzung der Landesinitiative erfolgt über verschiedene Landesprogramme und zusätzlich bis zu 50 Millionen Euro bis 2015, die aus Mitteln der EU-Strukturfonds bereit gestellt werden.

Ein Eckpunktepapier erläutert Ziele und Konzeption für ein Programm zur Fachkräftesicherung.

Die Fachkräfte-Initiative ist ein Schwerpunkt der Arbeits- und Wirtschaftspolitik der Landesregierung. Mit der Auftaktveranstaltung haben Arbeitsminister Guntram Schneider und Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger die Landesinitiative offiziell gestartet. Zur Veranstaltung am 12. Oktober 2011 waren mehr als 300 Akteurinnen und Akteure in die Düsseldorfer Turbinenhalle gekommen.

Aufruf zur Teilnahme am Förderwettbewerb

Das NRW-Arbeitsministerium ist an der Umsetzung der Landesinitiative federführend beteiligt und ruft zur Teilnahme am Förderwettbewerb „Sonderprogramm Qualifizierung und Innovation zur Fachkräftesicherung“ auf. Die Projektvorhaben sind über die Regionalagenturen einzureichen. Der nächste Stichtag für die Einreichung:

  1. 31. Mai 2012

Nach Begutachtung durch die G.I.B. werden die Vorhaben einem Gremium aus Arbeits- und Wirtschaftsministerium sowie der Bewilligungsbehörde zur Entscheidung vorgelegt.

Teilnahmeberechtigt sind, soweit sie ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen haben:
Gemeinschaftseinrichtungen der Wirtschaft und der Arbeitnehmer
Kommunen und Kommunalverbände
Unternehmensverbünde
Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), und freie Berufe
Hochschulen und Forschungseinrichtungen, wenn diese Projekte mit unmittelbarem Transferbezug zu Unternehmen umsetzen
Stiftungen und intermediäre Organisationen

Interessierte Organisationen wenden sich für weitere Informationen an die Regionalagenturen in Nordrhein-Westfalen.

Minister Schneider auf Regionen-Tour: Das Projekt "Karrierepfad" qualifiziert zur Fachkraft

Im Rahmen der Fachkräfteinitiative wird als landesweit erstes Projekt ein Vorhaben aus der Märkischen Region gefördert. Beim Projekt „Karrierepfad“ in Hagen werden 30 un- und angelernte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu Anlagen- und Maschinenführern weiterqualifiziert. Minister Guntram Schneider startete hier seine Regionen-Tour zur Fachkräfteinitiative und informierte sich über die Aktivitäten in der Region. Die Märkische Region mit ihrem hohen Anteil an Unternehmen der Metall- und Elektrobranche spüre schon heute einen Fachkräftemangel, so der Minister. Er würdigte das Projekt als „nachhaltige Qualifizierungsmaßnahme von Menschen in der Region. Davon haben die Beschäftigten etwas, die Betriebe, aber auch die Region.“

Internetportal gibt Überblick und begleitet Umsetzung

Zum Sonderprogramm informiert ein Internetportal der G.I.B. Hier sind wichtige Materialien zur Umsetzung der Fachkräfteinitiative zusammengestellt, etwa die regionalen Handlungskonzepte und Beispiele guter Praxis. Über das Regionale Fachkräftemonitoring lassen sich zudem die Entwicklungen in den Regionen vergleichen. Zur Verfügung stehen Daten zur Beschäftigungsentwicklung, Erwerbsbeteiligung, demografischen Entwicklung und zur Bildungslage in den 16 Arbeitsmarktregionen des Landes.