Gewinnen mit dem Bildungsscheck – Beispiele guter Praxis
Fachwissen für die Beschäftigten
Dachdeckermeister Peter Körtling hat für seine Mitarbeiter zwei Bildungsschecks in Anspruch genommen. Nachdem er das Familienunternehmen von seinem Vater übernommen hatte, war der Modernisierungsbedarf des Betriebs nicht mehr zu leugnen: Das Thema Energieeinsparung gewinnt für die Kunden immer mehr an Bedeutung.
„Nicht nur aufgrund gesetzgeberischer Maßnahmen“, so der Unternehmer, „sondern auch, weil die Heizkosten immer mehr explodieren.“ Anfangs versuchte Peter Körtling, sich das nötige Wissen selbst aus Fachbüchern anzueignen. „Aber das war nicht dasselbe wie ein professioneller Lehrgang, in dem man alles in Ruhe erklärt bekommt.“
Zwei seiner acht Beschäftigten nahmen, gefördert über Bildungsschecks, an einem Fachkurs über Energieeinsparung und Bauklempnerei teil: „Ein Mitarbeiter, Mitte vierzig, der wieder in den Beruf eingestiegen ist, nachdem er wegen eines Unfalls lange Zeit ausgefallen war, sowie ein sehr begabter junger Helfer, den wir aus der Arbeitslosigkeit heraus eingestellt haben.“
Ohne die Bildungsschecks, hat Dachdeckermeister Peter Körtling durchgerechnet, wäre die Qualifizierung zumindest in dem Umfang nicht zum Tragen gekommen: „Wir hatten erst kürzlich mit einem großen Forderungsausfall zu kämpfen, und nach der Betriebsübernahme muss ich mich zunächst selbst in die neue Verantwortung einarbeiten. Da sind die Bildungsschecks für meine Mitarbeiter schon eine echte Hilfe.“
Beratungskompetenz verbessern
Verbesserung des innerbetrieblichen Informationsflusses und Erhöhung der Beratungskompetenz gegenüber den Kunden sind zwei wesentliche Elemente der betrieblichen Modernisierungsstrategie von Gudrun Guder. Dazu hat die Inhaberin der Maria Räker GmbH mit 81 Beschäftigten sieben ihrer Verkäuferinnen zu einem speziell auf diese Berufsgruppe zugeschnittenes Kommunikationstraining bei der IHK angemeldet – gefördert über Bildungsschecks.
An der Schulung hatte die Chefin selbst einmal teilgenommen und sie für ihren Betrieb als wertvoll erachtet. Jetzt sollen gleich mehrere ihrer Mitarbeiterinnen, und damit das Unternehmen, ebenfalls von der Qualifizierung profitieren. Ihre Entscheidung begründet die Managerin mit Hinweis auf den Status ihrer Firma als selbständiger REWE-Einzelhandelsmarkt, der mit vielen Discountern konkurrieren muss: „Wenn wir am Markt überleben wollen, müssen wir unseren Kundinnen und Kunden einen Mehrwert bieten, und das gelingt nur über Beratungskompetenz. Über die verfügen wir bereits, aber es ist eine Qualität, die sich immer noch steigern lässt.“
Ohne die Unterstützung durch die Bildungsschecks, räumt sie ein, wäre der über die Qualifizierung angestrebte Modernisierungsprozess sicher langsamer vorangeschritten. „Ich hätte die Fortbildungen auf drei Jahre verteilen müssen.“ Anerkennend äußert sie sich zur Dienstleistung der Beratungsstelle: „Es war ein völlig unkompliziertes, unbürokratisches und kompetent durchgeführtes Verfahren, so dass alle Qualifizierungen zeitnah erfolgen konnten.“
Unbürokratisches Verfahren
Berater in beiden vorgestellten Fällen war Andreas Haupenthal von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hamm mbH. Präzise skizziert er sein Dienstleistungsspektrum in diesem Zusammenhang: „Ich betreue die Unternehmen von der Erstinformation zu den Bildungsschecks über Weiterbildungsbedarfsanalysen und das Matching von Nachfrage und Weiterbildungsangebot bis hin zum Ausstellen der Bildungsschecks. Stelle ich gemeinsam mit den Unternehmen im Gespräch weiteren Beratungsbedarf fest, erfahren die Betriebe alles Wichtige über zusätzliche Angebote der Landesregierung wie etwa die Potentialberatung. Nicht wenige Unternehmen haben die Hinweise dankbar zur Kenntnis und die Instrumente mit Erfolg auch in Anspruch genommen.“






